norfinnorrus

3:57 – beide wach. eingentlich hätte uns der wecker noch 3 minuten zeit zum schlafen gegönnt. aber pah – jetlag am nordkapp verleiht wunderbare kurzschlafigkeit. prima, so sind wir frühzeitig am nördlichsten punkt des europäischen festlandes und können vor den touristenbusladungen mit der sänfte direkt vor den globus rollen. der veranstalter hat mit den nordkappleuten vereinbart, das die rallye teilnehmer zwischen 1am und 6am mit ihren  auf die klippe fahren dürfen. primstens!

wir rollen gegen viertel vor fünf an ca. 200 geparkten wohnmobilen (ist das hier bomobil guantanamo?) vorbei und reihen uns hinter zwei kollegen zum fototermin ein.

und das beste: kein nebel, kein regen, keine dunkelheit – wie sonst hier meistens.

super lekker! was ne aussicht in den dramahimmel und in die müden, aber grinsenden gesichter der kollegen mit ihren alten karren, die sich jetzt nach und nach in die fotoschlange einreihen. was ne stimmung hier heute früh.

noch bisschen benzin und route reden und dann heisst es ab hier: auf in den süden!

niemand auf der gasse, keine dicken womos, nix. ausser rentieren na klar, aber die strasse ist ja deren natürliches habitat. mögen das da. weniger mücken auf der strasse als im dickicht.

aussicht-aussicht-aussicht. soviel abwechselung verlangt nach monotonie: das finnische lappland wartet vor dem stern des benz. und ja: birken, seen und sanfte hügel – das war’s. gelegentlich ne trucker kneipe, wo wir neben drei vierschrötigen typen zu dire straits aus der musikbox schlechten kaffee schlürfen.

eine südschleife durch finnland (der besuch dort war wichtig: 10 länder auf der tour besuchen & auch in finnland ein tauschgeschäft machen) führt uns zurück nach norwegen, das wir in der nähe von kirkenes wieder entern. die stadt erweist sich als ausgesprochen abgerockt aber die warme sonne entschädigt. strassencafé! t-shirt! 

wir entschliessen uns, noch heute nach russland einzureisen. es ist noch früh am tage und wir sind noch wach. an der grenze gelangt unsere kleine vier-länder-tournee heute etwas ins stocken. in knarzigen 70gerjahre amtsstuben müssen wir möglichst fehlerfrei schlecht fotokopierte formulare ausfüllen. stellen dabei fest, das wir deutlich mehr als die erlaubten 6l alkoholische getränke an bord haben – und wir die gerade gekauften fleisch- und wurstwaren nicht einführen dürften. ok, das mit den formularen klappt im 3. anlauf und das auto wird nur oberflächlich inspiziert (die dame vom zoll kennt offenbar keine kühlboxen…) – pedal aufs metall und weg!!!

hinter grenze wartet eine frischestens asphaltierte magistrale – deren pracht aber schon nach ein paar kilometern in die russische realität überwechelt und sich dem grau-brüchigen aussehen der ersten stadt angleicht, die wir in russland sehen.

kaum zu glauben. hier sieht’s aus wie in ost-berlin kurz nach dem mauerfall – nur modernere autos. inkl. kriegerdenkmal und verfallener sportpalast.

ein paar kilometer ins land noch und dann knurrt der magen und die augen fallen zu. nach ein bisschen suchen finden wir ne sandige stelle – kochen – zähneputzen – premierenschlaf im auto.

Ein Gedanke zu “norfinnorrus

  1. Ihr seid ja supercool, Ihr flotten Hasen! Bei dem gerase noch so ein tolles Tagebuch schreiben, Respekt!!
    Wir haben es mit Höhe Stavanger nich ganz soweit geschafft, grüßen aber umso herzlicher aus Norwegen, bevor wir nach 1 x Camping mit WLAN morgen aufn Preikestolen klettern. Offensichtlich habt Ihr deutlich besseres Wetter als wir, grmpf, dass braucht Ihr aber auch. Haltet Euch weiter so wacker & bis nächsten Sonntag, herzlichst, Almuth & Olaf!!

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