from russia – with love!

Unsere erste Nacht in Russland und Schlafpremiere für das Sänftenmobil. So ein Benz bietet ne Menge Platz und es lässt sich wirklich gut drin nächtigen. Nach dem ersten Kaffee gibts ein lecker Tundrafrühstück mit Aussicht.


Danach heißt es packen. Das geht mittlerweile ziemlich fix. Und ab gehts, denn Murmansk ruft mit Aufgabe. Wir sollen den ersten atomar betriebenen Eisbrecher finden. Kann ja nur die ‚Lenin‚ oder ‚Stalin‚ sein 🤔. 
Am Rangierbahnhof treffen wir andere Teams, die auf die Schnelle ein Bild von Atomeisbrecher ergattern wollen. Aber mit schnell is hier nix. Nach gefühlt 45 min und noch mehr Güterzügen dürfen wir die Gleise passieren.

Und da steht das Objekt der Suche. Von 1959 und es ist tatsächlich die ‚Lenin‘. Daneben steht die Vladivostok. Auch nicht überraschend…


In der Stadt findet ein Festchen statt; Busse sind als Strassensprerren für einen grossen Platz im Einsatz, auf dem eine Combo auf riesen Bühne schwiemeligen Pop herausposaunt. Wir finden ein Cafe mit WiFi, um den Blog zu aktualisieren 😉.

Durch einen Schlagloch-Slalom dann zu einem die Stadt überblickenden Kriegsdenkmal. (Anmerkung d. Redaktion: die gibt es hier überall… auch im Nirgendwo, wo es sonst nichts gibt). Von hier oben überblicken wir den Hafen und einen Vergnügungspark. Sowieso Plattenbauten soweit das Auge sieht. Alles ziemlich – nun ja – abgenutzt…

Wir verlassen Murmansk und fahren auf der E105 gen Süden. Ein Schild verspricht, dass wir dieser Strasse die nächsten 1400km bis St.Petersburg treu bleiben. In Kandaladka scheitert der Versuch an das weisse Meer zu kommen. Auch ein Schlafplatz ist nicht in Aussicht. Also weiter. Der nächste Abzweig soll zu einem Seehafen führen. Vielleicht hier jetzt das weisse Meer? Nope… aber dafür Datschen – viele Datschen – und noch viel mehr. Einen Hafen finden wir nicht. Allerdings bietet ein Sandweg uns noch mehr… …Datschen. Wir haben Datschenhausen gefunden. Es gibt sie in gross, in klein, in schick und schlicht, in herausgeputzt und einfach nur vom russischen Winter zerzaust. 

Seit 17 km verfolgt uns ein Schild mit dem Hinweis ‚Camping‘. Aus purer Neugierde, wie wohl ein russischer Zeltplatz aussieht, nehmen wir den nächsten Abzweig.

Bevor wir noch den Zeltplatz erspähen, begegnen uns Rallye Kollegen. Also Fenster runter und guten Tag sagen &!dienLage peilen. Die erklären uns, dass der lange angekündigte Zeltplatz nicht mehr existiert, wir aber die Erlaubnis haben, die Nacht hier zu campieren. Alexander – ein gastfreundlicher und wie wir später lernen auch angemessen trinkfreudiger Russe – lebt hier und besitzt das Waldstück. 

Schnell stehen 5 Zelte, ein Lagerfeuer brennt und überall riecht es nach Abendessen. Nach und nach tauchen immer mehr BSC’ler auf. Insgesamt 11 Fahrzeuge stehen im Gelände, 7 andere davor. 


Unser Feuer brennt, Alexander trinkt mit uns Bier, Vodka und Apfelwein. Alle sind euphorisch, dass man sich ausgerechnet hier irgendwo in Karelien nach mehr als 5000km Fahrt getroffen hat. Wir tauschen Rallye Geschichten und „Grenzerfahrungen“ (wir hatten es wohl noch vergleichsweise leicht mit Formalitäten und Durchsuchung) aus; unterhalten uns über die Autosuche & -präparation und vieles mehr. Und dann ist er da… unser erster, richtiger Regen. Damit verkriecht sich jeder zur Bettruhe. 1 Uhr nachts und immer noch hell… unsere letzte Polarsommernacht….

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