kalter krieg und katholizismus

ein tag voller regenwasser. die wolken verfolgen uns durch lettland bis nach litauen. der regen auch. die wenigen trockenen minuten morgens werden genutzt, um den ostseestrand zu tätowieren. jetzt kann’s losgehen!

aufgabe des tages aus dem roadbook: finde den kreuzhügel! 

nichts einfacher als das. denn bei siauliai kündigen mehrere busse mit touristen am strassenrand diese merkwürdige attraktion an: ein hügel von ca. 50metern höhe vollgestellt und umzingelt von tausenden holzkreuzen. die von diversen pilgern oder besuchern hier hinterlassen wurden.

seltsame mischung aus katholizismus, wunderglaube und widerstand gegen den kommunismus… muss man nicht verstehen, aber ordentlich eindruck machts  in jedem fall.

solcher art spirituell erhoben richten wir den stern der sänfte richtung westen. übers haff nach kaliningrad lautet der plan. auf dem weg dorthin unbedingt noch zu einer ehemaligen interkontinentalraketenabschussbasis der soviets. jetzt museum und mahnmal zur langen phase des wettrüstens und des kalten krieges. irgendwo versteckt im wald bei plunge stecken vier je 30 meter tiefe silos im boden. darin bis mitte der achtziger je eine ss-40 rakete mit atomsprengkopf. heute zum glück nicht mehr – trotzdem ist die stimmung auf dem gelände und in den bunkern ziemlich drückend.

die nach diesem abstecher lassen wir die geplante fahrt nach kaliningrad übers haff leider aus. die russen erfreuen mit akribischen grenzkontrollen und von rallye-kollegen erfahren wir, dass man derzeit mit 6 stunden wartezeit bei der einreise an der grenze rechnen muss. auch am alternativen übbergang auf dem festland nach soveska (tilsit) sieht es nicht erfreulicher aus.

na gut. spontane planänderung ist eine der leichteren übungen auf dieser fahrt -obwohl wir kaliningrad schon gerne besucht hätten. aber dann wäre eine nachtschicht fällig gewesen. wir nehmen den weiten umweg um kaliningrad herum mit ziel polen. fahren durch die welt der störche bis die lust vergeht… und überfallen im dauerregen ein hotel in sakiai. 


alles feucht in der sänfte – da ziehen wir ein warmes trockenes bettchen heute vor.

labanaktis!

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